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Ablauf einer osteopathischen Behandlung

Für Personen, die vorher noch nie bei einem Osteopathen waren, ist es im Vorfeld hilfreich nachzulesen, worauf man sich bei einer solchen Behandlung einlässt und wie eine gute Behandlung verlaufen sollte. Dementsprechend habe ich Ihnen in einer kurzen Zusammenfassung aufgezeichnet, was sie erwartet. Eine Behandlung kann jedoch auch nach anderen Richtlinien stattfinden, da diese oftmals vom Therapeuten individuell angepasst werden. Da er sich unter einem Großteil der Kollegen als beste Behandlungsabfolge bewährt hat, unterrichte ich an der Hochschule Fresenius den folgenden Ablauf.

Die Anamnese oder auch Befundaufnahme

Der Behandlungsvertrag zwischen Patient und Therapeut bildet zu Beginn einer osteopathischen Behandlung die Basis einer medizinischen Therapie. Dieser beinhaltet neben Adresse und anderen relevanten Personenbezogenen Daten die ausdrückliche Einwilligung für therapeutische Handlungen. Wichtig ist es, dass im Behandlungsvertrag sowohl auf die Vorteile, als auch die Gefahren einer osteopathischen Behandlung hingewiesen werden. Wie bei einer Operation sollte jeder Patient immer über die an ihm durchzuführende Behandlung aufgeklärt werden.

Anschließend versucht der Osteopath in einem Gespräch herauszufinden, wann die Symptome erstmalig aufgetreten sind, wie sich die Schmerzen entwickelt haben, wann der Schmerz auftritt und welche Begleiterkrankungen und Begleiterscheinungen in diesem Zusammenhang bemerkt wurden. Dies ist für den Osteopathen wichtig, um scheinbar weniger bedeutsame Veränderungen in Ihrem Lebensalltag mit den auftretenden Symptomen in einen zeitlichen und ursächlichen Kontext zu setzen.

Des Weiteren sind für den Osteopathen Unfälle, Vorerkrankungen, genutzte Medikamente, das soziale Umfeld und Ihre berufliche Tätigkeit wichtig. Hierdurch stuft er Therapeut ein, wie wichtig oder wie belastend ihr Umfeld ist und welche Muster Sie kreieren können, um die Erkrankung, die Sie zum Osteopathen führt, zu verändern. Dieser Befund wird vom Osteopathen später in Relation zu ihrem persönlichen Lebensumfeld gesetzt und dafür genutzt, Sie zu beraten. Damit teure oder zeitaufwendige Untersuchungen direkt in die Befundaufnahme einfließen können, ist es immer hilfreich, wenn Sie zur Erstbehandlung mit allen Befunden, die von anderen Therapeuten oder Ärzten bereit erstellt worden sind, erscheinen. Dies ermöglicht dem Osteopathen ein fundiertes Bild über Ihren Zustand.

Die Untersuchung

Da Osteopathie in der Regel in Unterwäsche durchgeführt wird, legt der Patient nach dem ausführlichen Befundgespräch seine Kleidung ab. Hierbei beobachtet der Therapeut, wie flüssig Ihre Bewegungen sind und ob sie schon Ausweichbewegungen in ihr Bewegungsmuster eingebunden haben. Können Sie zum Beispiel beim Auskleiden einbeinig stehen, etc.? All diese Informationen werden dann wiederum in Relation zu Ihren Beschwerden und Ihrem Alter gesetzt.

Anschließend begutachtet Sie der Osteopath von Vorne, der Seite und von Hinten. Er lässt Sie beispielsweise ein Bein heben, bittet Sie, sich nach Vorne oder zur Seite zu neigen und manchmal lässt er Sie auch kurz durch den Behandlungsraum gehen. Hierbei beobachtet er nicht nur die Harmonie und Symmetrie in Ihren Bewegungen, sondern auch, wie sich die Schmerzregion in Relation zum restlichen Körper verhält. Dabei berührt der Therapeut Ihren Körper um die Wärme einer Region zu erspüren und die Spannung des Bindegewebes zu ertasten, bevor er anschließend Ihre Gelenke, Muskeln oder Organe testet, bewegt oder beklopft, ähnlich, wie Sie es von einem Allgemeinarzt kennen.

Die Erkenntnisse hieraus setzt der Osteopath in den Kontext des Vorgesprächs und den Rest der Untersuchung und erstellt Ihnen eine medizinische und osteopathische Diagnose.

Erst- und Folgebehandlungen

Aufgrund der starken Variation hinsichtlich der Häufigkeit der Behandlung, ist es schwierig, ohne Kenntnis der Erkrankung und der Symptome eine Empfehlung abzugeben. Im Regelfall sollten Sie für eine osteopathische Behandlung bei akuten Schmerzen zwischen 1-3 Behandlungen im 1-2 Wochen Rhythmus vereinbaren. Chronische Schmerzen benötigen aufgrund Ihrer Umstände manchmal größere Zeitintervalle über 1-6 Wochen, da die an Ihnen durchgeführten Techniken mitunter sehr lange nachwirken. Daher sollten Sie von Ihrem Osteopathen aufgeklärt werden, warum und wie häufig er eine Behandlung für wichtig erachtet.

Bei einem unbekannten Patienten vereinbaren wir in unserer Praxis im Regelfall 3 Behandlungen im Wochenrhythmus. Sollte sich nach der Erstbehandlung herausstellen, dass diese Häufigkeit nicht zur Erkrankung passt oder aber, dass der Körper im Falle von chronischen Schmerzen ein Behandlungsintervall von 1x monatlich benötigt wie es z.B. bei Migränepatienten sehr häufig der Fall ist, oder bei Patienten mit Skoliose in der Regel halbjährlich kontrolliert wird, passt Ihr Therapeut die Behandlungshäufigkeit an. Beim Sport wird Osteopathie in der wettkampf- oder leistungsfreien Phase 1-2 Mal angewendet, um eventuell entstandene muskuläre Dysbalancen auszugleichen und somit einer Verletzungsserie vorbeugend entgegenzuwirken.

Wenn du noch Fragen hast, findest du weitere Informationen auf unserer Unterseite für Osteopathie oder kontaktiere uns doch direkt und stell uns deine Fragen!

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